Sonntag, Kino, Popcorn, Tochter. Thunderbolts, Marvel. Ich war auf leichte Unterhaltung eingestellt – was ich bekam, war eine unerwartete Lektion in Teamentwicklung.

Der neue Marvel-Film Thunderbolts ist auf den ersten Blick ein klassischer Antihelden-Actionfilm: Eine Gruppe gebrochener, egozentrischer, misstrauischer Figuren wird zu einem Team gezwungen. Klingt bekannt? Ja – auch aus dem Berufsleben.
Was mich beim Zuschauen faszinierte, war die Klarheit, mit der der Film die vier klassischen Phasen des Teambuildings durchläuft:
- Forming: Fremde treffen aufeinander. Orientierung. Misstrauen.
- Storming: Egos kollidieren. Rollen werden umkämpft. Führung wird infrage gestellt.
- Norming: Gemeinsame Erfahrungen schaffen Vertrauen. Erste Teamdynamik entsteht.
- Performing: Die Gruppe agiert koordiniert, löst Probleme, handelt gemeinsam.
Im Zentrum steht nicht der oder die Stärkste – sondern der oder diejenige, die leise bleibt, zuhört, analysiert – und dann den entscheidenden Gedanken einbringt. Und ja: Auch ein schöner Vater-Tochter-Konflikt schwingt mit.
Am Ende entsteht so etwas wie ein Team. Noch nicht perfekt, aber funktional. Und genau das ist doch der Punkt: Teams sind nie perfekt. Aber sie können stark werden – wenn man ihnen Zeit, Raum und Vertrauen gibt.
Für mich ist Thunderbolts kein Lehrfilm im klassischen Sinne. Aber ein Spiegel. Für Gruppenprozesse. Für Führung. Und für die leisen Kräfte in einem System.
Ich werde ihn definitiv in meinen Führungsseminaren einsetzen. Und ich empfehle: Schaut ihn euch an. Mit Popcorn – und mit Business-Brille.


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