Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen und Chancen. Ab dem 2. Februar 2025 treten nun die ersten Regelungen der europäischen Verordnung über Künstliche Intelligenz (KI-VO) vom 1. August 2024 in Kraft, die einen bedeutenden Einfluss auf den Einsatz von KI in betrieblichen Prozessen haben werden. Unternehmen müssen sich dieser neuen Realität bewusst sein und unverzüglich handeln, um schwerwiegende Konsequenzen zu vermeiden.
Was auf dem Spiel steht
Fangen wir gleich mit dem Schlimmen an… Die EU will sicher gehen, dass man sich wirklich ernsthaft um die KI-Kompetenz kümmert und daher gibt es
- Bußgelder bis zu 7 % des Jahresumsatzes: Unternehmen, die nicht konform handeln, müssen mit hohen finanziellen Strafen rechnen. Diese können existenzbedrohend sein, insbesondere für kleinere und mittelständische Betriebe.
- eine persönliche Haftung für Geschäftsführer: Führungsverantwortliche können persönlich zur Rechenschaft gezogen werden. Dies bedeutet nicht nur finanzielle Risiken, sondern kann auch rechtliche Konsequenzen bis hin zu Haftstrafen umfassen.
- Reputationsschäden: Verstöße gegen die Verordnung können das Vertrauen von Kunden und Partnern nachhaltig beeinträchtigen. In Zeiten von Social Media können negative Schlagzeilen rasch eine große Verbreitung finden und den Ruf eines Unternehmens irreparabel schädigen.
Die Dringlichkeit, jetzt zu handeln, kann nicht genug betont werden. Unternehmen, die schnell auf die neuen Anforderungen reagieren, sichern sich nicht nur rechtlich ab, sondern positionieren sich auch strategisch für die Zukunft.
Was muss getan werden?
Unabhängig von ihrer Größe und Branche müssen Unternehmen nun folgende Maßnahmen umsetzen:
- Durchführung von regelmäßigen Schulungen: Es ist unabdingbar, dass alle Angestellten nicht nur technisches, sondern auch ethisches und rechtliches Wissen über den Einsatz von KI erwerben. Hierbei geht es sowohl um Datensicherheit und Datenschutz als auch um ethische Überlegungen zur Verantwortlichkeit und Fairness von KI-Entscheidungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das technische Verständnis, das nicht nur umfasst, wie KI-Systeme funktionieren, sondern auch, wie man effektive und qualitativ hochwertige Prompts für KI-Modelle wie ChatGPT, Perplexity und Co-Pilot erstellt. Dies gilt nämlich auch für die Nutzung einfacher KI-Modelle, da deren Einsatz ebenfalls Nachweispflichten auslöst. Die Durchführung dieser Schulungen durch externe Experten stellt sicher, dass alle aktuellen und relevanten Themen abgedeckt werden.
Wichtig: Es handelt sich hier nicht um eine explizite Schulungspflicht, aber implizit läuft es darauf hinaus. Denn gerade zu Fragen der Ethik und den Anwendungsmöglichkeiten und deren Optimierungen sehe ich keine bessere Alternative, als den Meinungs- und Erfahrungsaustausch miteinander, das Durchspielen von Cases und das gemeinsame Ausprobieren in kleinen Gruppen. Schulungen und Trainings sind die sicherste Methode, die nötige Kompetenz aufzubauen. - Systematische Erfassung von KI-Risiken: Unternehmen müssen potenzielle Risiken identifizieren und bewerten. Dies umfasst sowohl technische Risiken (z. B. Fehlfunktionen von Algorithmen) als auch rechtliche und ethische Risiken (z. B. Gleichstellung).
- Erfüllung von Dokumentationspflichten: Sämtliche Prozesse und Entscheidungen im Zusammenhang mit KI müssen lückenlos dokumentiert werden. Dies dient nicht nur der Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen, sondern auch der Nachvollziehbarkeit und Transparenz gegenüber Aufsichtsbehörden und Kunden.
Wer ist betroffen?
Die Verordnung betrifft alle Unternehmen, die KI auch nur ansatzweise nutzen. Dies schließt eine breite Palette von Anwendungen ein, von Chatbots im Kundenservice über KI-gestützte Marketingstrategien bis hin zu automatisierten Bewerbungsverfahren.
Beispiele für betroffene Bereiche:
- Marketing: Nutzung von KI zur Analyse von Kundendaten und Personalisierung von Werbekampagnen.
- Personalwesen: Einsatz von KI zur Vorauswahl und Bewertung von Bewerbungen.
- Produktion: Automatisierung von Fertigungsprozessen und Qualitätskontrollen durch KI-Systeme.
- Finanzen: Algorithmen zur Risikoanalyse und Entscheidungsunterstützung bei Investitionen.
Wer muss geschult werden?
Es ist nicht nur das Stammpersonal, das geschult werden sollte. Auch Auszubildende, Praktikanten und neue Mitarbeiter müssen umfassend über den Umgang mit KI-Systemen informiert und geschult werden. Eine Schulung muss sicherstellen, dass alle Beteiligten die gesetzlichen Anforderungen kennen und in der Lage sind, diese in ihrem täglichen Arbeitsumfeld anzuwenden.
Aber:
Man kann das natürlich als lästige Pflicht einerseits betrachten, andererseits ist es aber auch die Gelegenheit, den Einsatz von KI nicht nur als Spielerei abzutun, sondern strategisch zu planen und umzusetzen.
Ein passendes Angebot für alle, die jetzt schnell ihre Mitarbeitenden schulen wollen oder müssen, habe ich natürlich auch:
Bei Interesse einfach Kontakt mit mir aufnehmen!



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