KI and me (4): 1 KI = 100 Azubis!

Die künstliche Intelligenz kann im Arbeitsalltag viele verschiedene Rollen einnehmen, ganz gleich ob man ChatGPT, Perplexity oder andere einsetzt.

Eine dieser vielen Rollen – und für Beginnende wahrscheinlich zunächst die einfachste und üblichste – ist die des Azubis oder auch Praktikanten. Wenn wir die KI richtig nutzen, haben wir aber nicht nur eine Auszubildende, sondern hunderte. Stellt euch KI als eine Armee begeisterter Assistenten vor, die euch bei der Entwicklung von Ideen, der Synthese von Informationen, der Erstellung erster Entwürfe und vielen anderen einfachen Aufgaben helfen können. Was ist damit gemeint?

Eine KI muss erst einmal mich kennenlernen, meine Arbeit. Wie ein Auszubildender hat die KI ganz viel im Kopf, aber noch nichts ist fokussiert. So wie ich Auszubildende langsam an meine Arbeit heranführen muss und ihnen nach und nach mehr beibringe, so füttere ich auch meine KI. Ich muss erst einmal Zeit und Input investieren, bevor ich gute Arbeitsergebnisse bekommen kann.

Azubis bekommen Routinearbeiten, die sie bald zügig und selbständig erledigen können. Klein-Klein-Arbeiten, die mich im Alltag zulange aufhalten würden und die ich guten Gewissens dirigierend delegieren kann. Und genau das ist die Stärke der meisten KI-Modelle: Lästige Arbeiten wie Recherche, Textzusammenfassungen, Umformatierungen, kleinere Konzeptionen – das macht bei mir heute schon die KI.

Ich muss aber einem Azubi immer wieder über die Schulter gucken, Ergebnisse kontrollieren, gegebenenfalls korrigieren. Und auch das gilt für die künstliche Intelligenz. So wenig wie ein Auszubildender irgendetwas posten oder veröffentlichen dürfte, ohne das ich es vorher abgenickt habe, kann ich auch die Ergebnisse der KI nicht unkontrolliert verwenden. Denn des öfteren habe ich das Gefühl, die KI hatte genauso ein hartes Wochenende wie der Azubi…

Auszubildende sind hervorragende Impulsgeber: Sie sind jung, sehen die Welt mit anderen Augen, haben tolle Ideen und bereichern so mit ihren Ansichten das Unternehmen – wenn man es zulässt und ihnen auch zuhört. Diese Rolle des Ideengebers kann die KI genauso gut einnehmen. Sie ermöglicht mir den Perspektivwechsel – ich muss sie nur fragen.

Und so wachsen beide, künstliche Intelligenz und Auszubildende, langsam zu vollwertigen Mitarbeitern heran.

Natürlich soll und kann eine KI den Menschen (vorerst) nicht ersetzen. Und jeder Azubildende aus Fleisch und Blut bereichert ein Unternehmen. Aber gerade für diejenigen, die unter dem Azubimangel leiden, mag die Überlegung, welche Arbeiten denn eine KI übernehmen könnte, hilfreich sein, um personelle Engpässe zu überwinden.

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