KI and me (2): KI = kein Interesse?

„Geh mir doch weg mit KI!“, höre ich oft in vielen Unternehmen, aber auch im privaten Umfeld.

„Die macht doch nur bunte Bildchen.“
„KI-Texte klingen doch alle gleich!“
„Für diese Spielereien habe ich keine Zeit!“

Manches Mal schwingt auch ein wenig Angst mit: „Wird die KI meinen Arbeitsplatz ersetzen?“

Laut aktuellen Studien und Prognosen wird Künstliche Intelligenz den deutschen Arbeitsmarkt 2025 und darüber hinaus erheblich beeinflussen. Dabei zeigt sich ein gemischtes Bild von Jobverlusten und neuen Beschäftigungsmöglichkeiten:

Bedrohte Jobs

In Deutschland könnten bis zu 3 Millionen Arbeitsplätze von KI-bedingten Veränderungen betroffen sein, was etwa 7% der Gesamtbeschäftigung entspricht. Besonders gefährdet sind:

  • Büro- und Verwaltungsjobs (54% der betroffenen Stellen)
  • Kundenservice und Vertrieb (17%)
  • Tätigkeiten in der Produktion (16%)

Einige Schätzungen gehen von bis zu 300.000 Arbeitsplatzverlusten in Deutschland aufgrund von KI und Robotik aus, insbesondere in der industriellen Produktion.

Am stärksten betroffen sollen dabei der Finanzsektor mit 67% Automatisierungspotenzial, die Versicherungsbranche (62%) und die Software-Entwicklung (57%) sein. Und natürlich die Kreativbranche.

Neue Arbeitsplätze

Gleichzeitig werden durch KI auch neue Jobs geschaffen:

Prognosen zufolge könnten etwa 2,3 Millionen neue Arbeitsplätze in Deutschland entstehen, vor allem in technologieorientierten Bereichen. Bis 2018 entstanden bereits 48.000 neue Stellen in der deutschen Wirtschaft durch den Einsatz von KI.

Killt die KI Arbeitsplätze?

Karim R. Lakhani, Professor an der renommierten Harvard Business School brachte es auf den Punkt:

„KI wird den Menschen nicht ersetzen, aber Menschen, die KI nutzen, werden diejenigen ersetzen, die sie nicht nutzen.”

Und so verwundert es nicht, dass der Berater und Zukunftsforscher Bernard Marr bei den 5 Skills, die man 2025 benötigt, die KI-Fähigkeiten an erster Stelle sieht:

„Im Jahr 2025 werden KI-Kenntnisse so grundlegend sein wie heute Computerkenntnisse. KI-Kenntnisse umfassen die Beherrschung von Prompt-Engineering, um optimale Ergebnisse aus KI-Systemen herauszuholen, die Anpassung von KI-Modellen an spezifische Geschäftsanwendungen und den Umgang mit den ethischen Implikationen des KI-Einsatzes. Entscheidend ist auch, dass man die Grenzen der KI erkennt und die einzigartigen menschlichen Eigenschaften wie Beziehungsaufbau und kreative Problemlösung nutzt – Fähigkeiten, die unersetzlich bleiben werden.“

Spätestens jetzt sollte man also der KI mehr Aufmerksamkeit widmen, denn, so stellt Marr unter Skill 3 fest, kontinuierliches Lernen und Weiterbilden ist kein Add-on mehr, sondern ein Must:

„Im Jahr 2025 wird das Innovationstempo so unerbittlich sein, dass selbst eine kurze Lernpause dazu führen kann, dass die eigenen Fähigkeiten veraltet sind. Die Halbwertszeit beruflicher Kompetenzen wird sich drastisch verkürzen, da neue Tools, Technologien und Plattformen etablierte Praktiken rasch verdrängen. In diesem Umfeld wird die Fähigkeit, sich kontinuierlich neues Wissen anzueignen und zu integrieren, zum Dreh- und Angelpunkt der beruflichen Belastbarkeit. Die antiquierte Vorstellung, dass man sich in seiner Jugend von vornherein weiterbildet, wird ebenso überholt sein wie das Konzept der lebenslangen Beschäftigung in einem einzigen Unternehmen.“

Kein Interesse für KI kann sich 2025 niemand mehr erlauben. Ob und wie man sie einsetzt, steht dabei auf einem anderen Blatt, aber man sollte die Entwicklung ernst nehmen und dabei nicht in dystopischen Szenarien versinken. Dass die KI irgendwann die Weltherrschaft übernehmen wird und wir den Terminator zur Rettung benötigen werden, ist immer noch Science Fiction, mit Betonung auf Fiction.

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